Königsbrunn kämpft sich an die Tabellenspitze zurück
Der EHC Königsbrunn steht nach einem 9:5 Erfolg über die „Eisbären“ des ESV Burgau kurz vor Ende der Vorrunde wieder an der Tabellenspitze. Im Spiel hatten die Brunnenstädter allerdings einige Probleme mit den starken Gästen, die eine Partie auf Augenhöhe zeigten und sich am Ende selbst ein Bein stellten.
Beide Teams konnten mit gut gefüllten Reihen antreten, auch ohne Moritz Weißenhorn und Stefan Vajs konnten die Brunnenstädter mit vier kompletten Reihen antreten. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Benni Beck, als zweiter Goalie hielt sich Joshua Appler bereit.
Königsbrunn hatte sich nach dem letzten Spiel viel vorgenommen, doch schon in der zweiten Spielminute stand es plötzlich 0:1. Die Gäste nutzten einen Rebound und sorgten zunächst für lange Gesichter beim EHC. Burgau stand defensiv stabil und gewann mehr Zweikämpfe, die Brunnenstädter taten sich schwer gegen die kompakt stehenden Gäste, die an diesem Abend auch mit ihrem neuen lettischen Schlussmann Gustavs Samitis in die Partier gingen. Dieser zeigte, wie auch sein Gegenüber Benni Beck, eine starke Partie und präsentierte sich als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Der EHC hatte in doppelter Überzahl die Gelegenheit zum Ausgleich, blieb aber vor dem Tor zu harmlos, auch wenn die Gäste bei einer Aktion den Puck von der Torlinie kratzen mussten. Bis Drittelende blieb es aber ohne weitere Treffer.
Dafür starteten die Königsbrunner mit viel Zug zum Tor in den mittleren Abschnitt, schon nach 12 Sekunden fiel das 1:1. Clay Ellerbrock tankte sich über die rechte Seite ins gegnerische Drittel und legte für Peter Brückner ab, der die Scheibe dann ins Tor zimmerte. Die Brunnenstädter waren nun endgültig in der Partie angekommen und brachten jetzt deutlich mehr Scheiben vor das gegnerische Tor. In der 28. Spielminute rettet noch der Pfosten die Gäste vor dem nächsten Königsbrunner Treffer, der fiel dafür eine Minute später. Stefan Rodrigues traf über die Schulter des Goalies zum 2:1 ins kurze Eck. Der Burgauer Goalie verhinderte in der 34. Spielminute einen weiteren Treffer der Gäste, nur eine Minute später zeichnete sich auch Benni Beck aus und entschärfte einen Schuss des Finnen Mikko-Matti Paakkola. In der 38. Spielminute legte der EHC das 3:1 nach, bei einem schnellen Gegenstoß spielte Tim Bullnheimer die Scheibe zu Marco Sternheimer, der dann präzise aus dem Handgelenk ins gegnerische Tor traf. Doch statt die Führung in die Kabine zu nehmen, leistete sich Königsbrunn einen Aussetzer vor der Pause. Zuerst fingen sich die Brunnenstädter einen Konter zum 3:2. Nur fünf Sekunden später trafen die Gäste erneut und glichen somit vor Drittelende aus.
Wie schon im mittleren Abschnitt erwischte der EHC erneut den besseren Start ins Schlussdrittel und ging nach gerade mal 17 Sekunden mit 4:3 in Führung. Nach Scheibeneroberung von Peter Brückner hinter dem gegnerischen Tor spielte dieser die Scheibe auf den herannahenden Stefan Rodrigues, der sich freistehend die Ecke aussuchen konnte. In der 47. Spielminute konnten die Gäste aber wieder zum 4:4 ausgleichen, nachdem ein Königsbrunner Verteidiger ausrutschte und nicht mehr eingreifen konnte. Doch nur eine Minute später traf Timmy Kent zur erneuten Führung, nachdem der Burgauer Goalie den Schuss von Tim Bullnheimer nur prallen lassen konnte, war der US-Amerikaner zu Stelle und nutzte den Rebound zum 5:4. Die Freude über den Treffer hielt aber nur sehr kurz, denn die Gäste glichen im Gegenzug aus. Die Partie blieb turbulent, denn Burgau zog nun zwei Strafzeiten, der EHC durfte jetzt in doppelter Überzahl sein Powerplay aufziehen. Dieses Mal mit Erfolg, in der 50. Spielminute erzielte Dominic Erdt bei viel Trubel vor dem gegnerischen Tor das 6:5, die Scheibe prallte von seinem Schlittschuh unhaltbar ins Gehäuse ab. Eine Minute später traf dann Peter Brückner per Direktabnahme zum 7:5 in einfacher Überzahl ins Tor der Eisbären. Für die Gäste kam es noch schlimmer, denn in der 54. Spielminute erhöhte Tim Bullnheimer nach klugem Anspiel von Stefan Rodrigues auf 8:5. Burgaus Coach Fabio Carciola setzte sechs Minuten vor Spielende nochmal alles auf eine Karte und zog den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers, doch sein Mut wurde nicht belohnt. Nach Scheibenverlust der Eisbären traf Lion Stange ins leere Tor zum 9:5. Bis zum Abpfiff fielen aber keine weiteren Treffer mehr, auch wenn Burgau noch mit Herzblut weiterkämpfte und auf einen weiteren Tor drängte.
Königsbrunn tat sich lange schwer gegen aufopferungsvoll kämpfende Gäste und kam erst im Lauf der Partie besser in die Begegnung. Am Ende wurden den Eisbären die vielen Strafzeiten zum Verhängnis, die der EHC dann eiskalt nutzen konnte. Königsbrunns Coach Bobby Linke war nur über die Punkteausbeute erfreut, ansonsten sah er noch viel Luft nach oben:
„Wir wollten endlich mal wieder ein starkes erstes Drittel spielen. Leider hat das nicht geklappt, wir waren zu schläfrig und wollten wieder alles zu kompliziert spielen. Burgau war clever und zielstrebig. Die hauen gleich den ersten Rebound ins Tor. Im zweiten Abschnitt hatten wir endlich besseren Zugriff und sind besser in die Zweikämpfe gegangen. Da waren wir schneller vor dem Tor und haben es viel besser als in den ersten zwanzig Minuten gemacht. Nach einer Führung mit zwei Toren hatten wir einen kompletten Blackout und kassierten innerhalb kürzester Zeit zwei Treffer. Sowas darf überhaupt nicht passieren, die Jungs wissen das aber auch. Das hatten wir in der letzten Pause auch angesprochen und wollten mental stabiler unsere defensiven Aufgaben erledigen. In den nächsten zehn Minuten war es solider, kassieren aber immer wieder den Ausgleich, weil wir nach hinten zu unaufmerksam waren. Zu viele Gegentore resultierten aufgrund dummer Situationen und unserer fehlenden Bereitschaft zu arbeiten. Auf der anderen Seite konnten wir am Ende in Überzahl endlich wieder punkten, da waren wir zielstrebig waren und die Passqualität wieder passte. Das hat dann den Ausschlag gegeben, in Gleichzahl konnten wir heute aber nicht glänzen und haben zu einfache Fehler gemacht. Burgau hat das sehr kompakt gespielt. Die waren griffig, haben Zweikämpfe angenommen, um jeden Zentimeter gekämpft und ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen endlich wieder unseren Spielfluss kommen und den Schalter umlegen.“
Tore: 0:1 Zachar (Malysjev, Ballner) (2.), 1:1 Brückner (Ellerbrock, Trupp) (21.), 2:1 Rodrigues (Kent, Ellerbrock) (29.), 3:1 Sternheimer (Bullnheimer, Länger) (38.), 3:2 Ceslik (Wiesler, Söldner) (39.), 3:3 Ballner (Paakkola, Zachar) (39.), 4:3 Rodrigues (Ellerbrock, Brückner) (41.), 4:4 Ballner (Malysjev) (47.), 5:4 Kent (Bullnheimer) (47.), 5:5 Gäbelein (Arnawa, Schreiner) (48.), 6:5 Erdt (Kaiser, Kent) (50.), 7:5 Brückner (Bullnheimer, Sternheimer) (51.), 8:5 Bullnheimer (Rodrigues, Länger) (54.), 9:5 Stange (56.)
Strafminuten: EHC Königsbrunn 4 ESV Burgau 21 Zuschauer: 934
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