Königsbrunn verliert Eishockey-Krimi in Schweinfurt
Nach dem Sieg vom Sonntag führte der EHC Königsbrunn in der Serie Best-of-Seven mit 3:2 Siegen gegen die Mighty Dogs des ERV Schweinfurt. Am Donnerstagabend mussten die Brunnenstädter den Serienausgleich hinnehmen, Schweinfurt konnte die Heimpartie durch Sudden Death in der Overtime mit 5:4 für sich entscheiden.
Königsbrunn trat mit fast dem gleichen Kader wie am Sonntag an, musste aber auf Luca Szegedin verzichten, der aufgrund seiner Spieldauerstrafe aussetzen musste. Im Königsbrunner Tor stand wie während der gesamten Play-offs Stefan Vajs, als Backup war Benni Beck mit nach Schweinfurt gereist.
Von Beginn an boten beide Teams den Fans eine temporeiche und intensive Partie. Der EHC suchte den Abschluss und konnte sich in der fünften Spielminute die erste gute Chance erarbeiten. In der achten Spielminute blieben die Brunnenstädter aggressiv und hatten erneut gute Gelegenheiten. Die Hausherren zeigten sich effektiver, in der 9. Spielminute landete der erste Schuss der Gäste zum 1:0 im Tor der Königsbrunner. Gleich im Gegenzug erarbeitete sich der EHC die nächste Gelegenheit, doch die Mighty Dogs waren nun besser in der Partie. Das 2:0 für Schweinfurt fiel in der elften Spielminute, als ein Rebound etwas glücklich bei Renarts Alksnis landete und dieser dann seinen zweiten Treffer erzielte. Nur eine Minute später hatte Lion Stange den Anschlusstreffer auf dem Schläger, doch Benedict Roßberg im Tor der Gäste entschärfte die Top-Chance der Königsbrunner. Danach kassierte der EHC eine erste Strafzeit und musste nun in Unterzahl gegen die Mighty Dogs bestehen. Doch Marco Sternheimer tankte sich nach einem Fehlpass der Gastgeber in der 14. Spielminute bis ins gegnerische Drittel durch und netzte per Rückhand zum 2:1 ein, der Schweinfurter Goalie griff daneben. Die Partie blieb weiter intensiv, ehe es in die erste Pause ging.
Im Mitteldrittel hatte der EHC zunächst die Chance, in Überzahl den Ausgleich zu erzielen. Doch die Schweinfurter Defensive hielt dich. Gleich danach hatten die Hausherren Überzahlspiel und machten es besser als der EHC, Renarts Alksnis erhöhte mit seinem dritten Treffer in der 24. Spielminute auf 3:1. Noch in der gleichen Spielminute schlug der EHC zurück, bei einem Gegenstoß tanzte sich Lion Stange durch die Schweinfurter Defensive und traf sehr sehenswert zum 3:2. In der 27. Spielminute hatte Marco Sternheimer noch eine gute Möglichkeit, danach blieb es jedoch ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich beide Teams neutralisierten. Bis Drittelende waren Chancen eher Mangelware, ehe der Mittelabschnitt mit 3:2 für die Hausherren endete.
Königsbrunn witterte die Chance auf den Ausgleich, vergab aber in der 46. Spielminute einige gute Chancen, die Hausherren standen stabil in der Defensive. Statt dem nächsten Treffer setzte es in der 50. Spielminute das 4:2 für die Mighty Dogs, die einen Drei-auf-Zwei Konter gekonnt zu Ende spielten und den Brunnenstädtern damit einen nächsten Nackenschlag verpassten. Schweinfurt ließ nur wenig zu, die Zeit lief gnadenlos gegen den EHC. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit zog der Königsbrunner Coach den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers. Das Risiko machte sich bezahlt, 44 Sekunde vor Spielende landete die Scheibe im Tor der Gastgeber, deren Goalie zum zweiten Mal danebengriff, es stand nur noch 4:3 für den ERV. Vier Sekunden vor Abpfiff landete die Scheibe bei Hugo Turcotte, der sich nicht zweimal bitten ließ und den Puck zum 4:4 ins Tor zimmerte. Die Partie ging nun in die Overtime, mit jeweils vier Feldspielern auf beiden Seiten. Den entscheidenden Treffer erzielten jedoch die Gastgeber in Überzahl, ein von Alexander Diel abgefälschter Schuss des dreifachen Torschützen Renarts Alksnis landete im Königsbrunner Gehäuse, damit war das Spiel entschieden.
Mit dem Sieg kann der ERV Schweinfurt in der Serie Best-of-Seven mit 3:3 ausgleichen, am Samstag kommt es in der Königsbrunner Pharmpur EISARENA zum Showdown beider Mannschaften. Ab 18 Uhr wird im entscheidenden siebten Spiel beider Teams der neue bayerischer Meister ermittelt. Nach dem Spiel war EHC-Coach Bobby Linke unzufrieden mit der Situation, die in der Overtime zur Niederlage beigetragen hatte:
„Spielerisch kann ich meiner Mannschaft heute nichts vorwerfen, wir haben uns viele gute Torchancen erarbeitet. Das Quäntchen Glück hatten wir aber nicht auf unserer Seite. Wir sind am Ende mit purem Willen nochmal zurückgekommen, erzielten den Ausgleich und hatten das Momentum auf unserer Seite. In der Overtime hatten wir guten Zugriff, doch dann gab es eine Strafe gegen uns. Das hat sich schon in der ganze Partie zuvor gezeigt, es gab keine klare Linie bei den Strafzeiten. Diese Strafe in der Overtime war von der Entstehung her nicht nachvollziehbar, die Unparteiischen haben da meiner Meinung nach das Spiel entschieden. Meiner Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen, die hat alles gegeben. 10 zu 2 Strafminuten spiegeln nicht das Spiel wider, weil es die Partie so nicht hergab. Wir haben den Fokus nun auf Spiel sieben und wollen dann den Sack zumachen.“
Tore: 1:0 Alksnis (Dana, Melnikow) (9.), 2:0 Alksnis (Heckenberger, Melnikow) (11.), 2:1 Sternheimer (14.), 3:1 Alksnis (Pohl, Homjakovs) (24.), 3:2 Stange (Länger, Sternheimer) (24.), 4:2 Dana (Melnikow, Diel) (50.), 4:3 Lorraine (Länger) (60.), 4:4 Turcotte (Sternheimer, Lorraine) (60.), 5:4 Diel (Alksnis, Pohl) (69.)
Strafminuten: ERV Schweinfurt 2 EHC Königsbrunn 10 Zuschauer: 2355
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