EHC Königsbrunn kassiert Heimschlappe

Lange Gesichter gab es nach dem Spiel zwischen dem EHC Königsbrunn und den „Mighty Dogs“ des ERV Schweinfurt. Statt einem weiteren Sieg setzte es eine bittere und verdiente 0:5 Niederlage gegen effektive Gäste, die den Brunnenstädtern früh den Zahn zogen.

Königsbrunn trat mit dem gleichen Kader an, mit dem die ersten beiden Partien in der Serie Best-of-Seven gewonnen wurden. Allerdings musste der EHC auf Tobias Bader verzichten, der sich in der letzten Partie eine Verletzung zuzog und wohl nicht mehr im Finale auflaufen wird. Im Königsbrunner Tor stand zunächst Routinier Stefan Vajs, als Backup saß Benni Beck auf der Bank.

Beide Mannschaften boten von Beginn an eine schnelle und intensive Partie und erarbeiteten sich Chancen. Das erste Ausrufezeichen setzte Hugo Turcotte in der zweiten Spielminute, dessen Schuss aber nur das Gestänge traf. In der siebten Spielminute hatte Johan Lorraine eine gute Gelegenheit, nur eine Minute später hatte David Kaiser nach Anspiel von Marco Sternheimer die Führung auf dem Schläger. Doch Leon Pöhlmann im Schweinfurter Tor zeigte eine herausragende Partie und entschärfte alle Königsbrunner Chancen. In der 14. und 16. Spielminute scheiterte Hugo Turcotte erneut am gegnerischen Goalie. Die Gäste zeigten sich effektiver, zwei Minuten vor der Pause stand es plötzlich 0:1. Ein verdeckter Schuss fand den Weg ins Königsbrunner Gehäuse, der EHC hatte bis dahin noch mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Nach 20 Spielminuten ging es dann ein erstes Mal in die Kabinen.

Im ersten Drittel ließen die Schiedsrichter noch viel laufen, im Mittelabschnitt setzte es erste Strafen für beide Mannschaften, die aber folgenlos blieben. Die Partie war ausgeglichen, den nächsten Treffer setzten jedoch die Gäste. Nach Scheibengewinn beim Bully im eigenen Drittel drängten die Schweinfurter blitzschnell nach vorne und trafen in der 33. Spielminute zum 0:2. Das Tor zeigte Wirkung, nur eine Minute später kassierte Königsbrunn den nächsten Treffer zum 0:3. Der EHC war zu weit weg vom Gegenspieler und agierte schläfrig. Ein Umstand, den die Gäste eiskalt ausnutzten und nahezu jeden Zweikampf gewannen. Die Brunnenstädter waren komplett von der Rolle und mussten kurz vor der letzten Pause sogar noch das 0:4 hinnehmen.  

Auch im letzten Spielabschnitt wollte dem EHC nichts gelingen, in der 41. Spielminute erzielten die Gäste in Überzahl das 0:5, damit waren auch die letzten Hoffnungen auf eine Aufholjagd zerstört, die Partie damit längst gelaufen. Unrühmlicher Höhepunkt des letzten Drittels war das rüde Foul von Stefan Rodrigues, der zu Recht vorzeitig zum Duschen geschickt wurde und den Königsbrunnern am Freitag fehlen wird. Schweinfurt hatte dadurch noch fünf Minuten Überzahl, verwaltete aber geschickt die Partie und ging keine Risiken mehr ein. Am Ende gewinnen die Mighty Dogs aufgrund ihrer Cleverness und Effizienz verdient mit 0:5 und haben das Momentum nun wieder auf ihrer Seite.  

Mit dem Sieg kann Schweinfurt in der Serie Best-of-Seven auf 2:1 verkürzen und am Freitag sogar ausgleichen. EHC-Coach Bobby Linke war nach der Partie enttäuscht vom Spielverlauf: „Heute haben wir zunächst gute Chancen herausgespielt, Schweinfurt hat aber nach dem ersten Drittel mit 1:0 geführt. Die haben einfach mehr Traffic vor dem Tor produziert und sich mit dem ersten Treffer belohnt. Wir wollten einige Dinge im zweiten Abschnitt besser machen, es ist aber beim Versuch geblieben. Viele Spieler waren nicht mal annähernd auf dem Niveau, was sie spielen könnten. Wir wollten uns ins Spiel reinbeißen, stattdessen haben wir einige Nackenschläge kassiert. Schweinfurt war heute eiskalt, wir haben dann Stefan Vajs aus dem Spiel genommen, um ihn zu schützen. Wir hatten da keinen Zugriff mehr auf die Partie. Bei den Gegentoren waren wir nicht bei unseren Gegenspielern und schauten einfach nur zu. Wir wollten das letzte Drittel nochmal ein Zeichen setzen, kassierten dann aber eine dumme Strafe und den fünften Treffer. Schweinfurt hat das danach auch gut verwaltet. Mir tut es für die Zuschauer leid, das war sicher nicht unsere beste Leistung und sicher nicht unser Anspruch. Wir haben einen schwarzen Tag erwischt, das müssen wir abhaken und uns auf Freitag gut vorbereiten. Ich wollte mich auch noch für die Aktion von Stefan Rodrigues entschuldigen, das hat im Sport nichts zu suchen. Es war keine schlaue Aktion von ihm, zum Glück hat sich sein Gegenspieler nicht ernsthaft verletzt und konnte weitermachen. Die Konsequenz muss er, müssen wir als Team jetzt tragen.“

Am nächsten Freitag treffen beide Mannschaften ab 20 Uhr in Schweinfurt ein weiteres Mal aufeinander, ehe es am Sonntag ab 18 Uhr zum eventuell letzten Heimspiel gegen die Mighty Dogs kommt.

Nicht nur vom Ergebnis war Königsbrunns erster Vorstand Tim Bertele enttäuscht: „842 Zuschauer sind einfach zu wenig, wenn eine Spitzenmannschaft wie Schweinfurt im Finale zu Gast ist. So eine Meisterschaft ist kein Selbstläufer, wir brauchen unsere Fans zur Unterstützung der Mannschaft. Am Sonntag rufe ich Jeden auf, ins Stadion zu kommen und den EHC in einem ausverkauften Stadion zu unterstützen.“

Tore: 0:1 Freibert (Melnikov, Heckenberger) (18.), 0:2 Dana (Homjakovs, Cermak) (33.), 0:3 Melchior (Bares, Pinsack) (35.), 0:4 Homjakovs (Dana, Cermak) (38.), 0:5 Diel (Cermak, Donins) (41.)

Strafminuten:  EHC Königsbrunn 37     ERV Schweinfurt 10     Zuschauer: 842

Bildmaterial: https://diz-pix.de/

In der zweiten Spielminute traf Hugo Turcotte nur das Gestänge.