Charaktersieg gegen Peißenberg

Dem EHC Königsbrunn gelingt trotz der Krankheitswelle und einigen Ausfällen ein Erfolg gegen die Peißenberg Miners, am Ende siegen die Brunnenstädter verdient mit 6:3 und revanchieren sich damit für die Niederlage aus dem Hinspiel.

Die Miners traten die Begegnung mit gut gefülltem Kader an, Königsbrunn konnte mit Müh und Not drei Formationen aufbieten. Mit Marco Sternheimer kehrte ein wichtiger Leistungsträger nach seiner Erkrankung zurück, dafür fehlten aber weiterhin Benni Beck, Niklas Länger sowie David Kaiser, Marco Riedl, Nico Baur und Tobias Baader. Als 15. Feldspieler verstärkte Luca Wiendl von der 1b den Kader. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Stefan Vajs. Als zweiter Goalie hielt sich Joshua Appler bereit.

Königsbrunn startete gut in die Begegnung und hatte in der dritten Spielminute gleich die erste gute Torchance, es brannte lichterloh vor dem Tor der Miners, Zählbares sprang aber nicht dabei heraus. Eine erste Überzahlsituation konnten die Brunnenstädter nicht nutzen, Peißenberg verteidigte gut und ließ kaum Schüsse zu. Den erste Treffer markierten die Hausherren, in der 10. Spielminute setzten sich die Brunnenstädter im gegnerischen Drittel fest. Der hinter dem gegnerischen Tor stehende Tim Bullnheimer spielte die Scheibe direkt auf Marco Sternheimer, der zimmerte die Scheibe per Direktabnahme zum 1:0 ins Gehäuse der Miners. Nur Sekunden später hatte auch Stefan Rodrigues das nächste Tor auf der Kelle, verpasste es aber, den zweiten Treffer nachzulegen. Bei einem weiteren Überzahlspiel der Brunnenstädter fing sich der EHC gleich drei Konter, die zum Glück aber folgenlos blieben. Kurz vor der Pause hatte Clay Ellerbrock eine gute Gelegenheit, ehe es mit der 1:0 Führung für Königsbrunn in die erste Pause ging.

Der EHC erwischte einen Traumstart in den Mittelabschnitt, in der 22. Spielminute bediente Hayden Trupp mit einem feinen Pass den mit ins gegnerische Drittel gefahrenen Lion Stange. Der nahm kurz Maß und versenkte den Puck im Winkel zum 2:0. Doch keine Minute später brachten sich die Gäste ein erstes Mal aufs Scoreboard, Weiland Parrish traf zum 2:1. Der Treffer gab den Gästen Auftrieb, in der 28. Spielminute legte Valentin Hörndl den Ausgleich in Überzahl nach. Es kam noch schlimmer für den EHC, in der 30. Spielminute konterten die Miners den EHC aus und gingen durch den Treffer von Marius Klein ein erstes Mal in Führung. EHC-Coach Bobby Linke nahm daraufhin sofort eine Auszeit, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Doch Königsbrunn geriet erneut in Unterzahl. Nach Scheibenverlust der Miners tankte sich dann Stefan Rodrigues aus dem eigenen Drittel bis vor das gegnerische Tor durch und versenkte die Scheibe mit einem Rückhandschuss zum 3:3. Danach musste der Torschütze allerdings einige Attacken einstecken, zunächst ohne Konsequenzen. In der 26. Spielminute wurde es dem Schiedsrichter dann doch zu bunt und schickte Dominik Ebentheuer nach seinem rüden Foul gegen Stefan Rodrigues vorzeitig zum Duschen. Acht Sekunden vor der Pause war es dann Tim Bullnheimer, der in doppelter Überzahl nach viel Unordnung vor dem Gästetor dem Goalie die Scheibe durch die Hosenträger spitzelte und den EHC mit 4:3 in Führung brachte.

Peißenberg versuchte nach der Pause die Schlagzahl zu erhöhen. Doch der EHC stand defensiv stabil und ließ kaum Schüsse auf das eigene Tor zu. In der 49. Spielminute wäre fast das 5:3 in Überzahl gefallen, doch Keeper Xaver Nagel im Tor der Miners konnte den Schuss mit einem starken Save entschärfen. In der 53. Spielminute legte der EHC das 5:3 nach, Marco Sternheimer bediente Peter Brückner mit einem schönen Pass, dieser setzte sich dann geschickt gegen seine Gegenspieler durch und versenkte nach dieser sehenswerten Aktion den Puck in den Giebel. Die Gäste mussten nun mehr Risiko gehen, die Zeit lief gnadenlos gegen die Miners. Königsbrunn zog danach eine Strafzeit, doch der EHC verteidigte mit Mann und Maus und überstand die Unterzahlsituation ohne Gegentor. Kurz vor Spielende zog der Gästetrainer dann den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers, die Aktion ging aber nach hinten los. Nach Scheibenverlust der Miners traf Marco Sternheimer mit einem präzisen Schuss aus dem eigenen Drittel ins Tor der Miners und sorgte zwei Sekunden vor dem Abpfiff für den 6:3 Endstand für die Hausherren.

Nach einem soliden Start in die Begegnung hätte der EHC im Mittelabschnitt die Partie fast aus der Hand gegeben, doch die Miners nahmen sich durch ihre Strafzeiten selbst aus der Partie und rannten am Ende vergebens gegen das Defensivbollwerk der Königsbrunner an. EHC-Coach Bobby Linke ist sichtlich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft:

„Heute hatte ich vor dem Spiel ein ungutes Gefühl, da ich nicht wusste, wieviel Kraft wir am Freitag gegen Landsberg gelassen haben. Dort war es ein aufopferungsvoller Kampf über 60 Spielminuten. Mit aktuell vielen kranken und verletzten Spielern war es fraglich, ob wir gegen Peißenberg die Manpower aufs Eis bringen können. Wir wussten ja, dass die Miners eine sehr offensivstarke Mannschaft sind. Für das Spiel hatten wir einen Plan, wie wir uns defensiv aufstellen, weil wir nach vorne ja immer wieder Chancen kreieren können. Das war zunächst aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, wir hatten viele Löcher im Defensivverhalten und haben immer wieder Einladungen an den Gegner verschickt. Die haben zum Glück nicht von den Breaks profitieren können. Dafür haben wir dann den ersten Treffer gemacht. Nach dem zweiten Tor dachten wir wohl, man könne wieder Hurra-Hockey spielen und bekommen postwendend den Anschlusstreffer. Wir haben leider die neutrale Zone aufgemacht und wurden dann mit zwei weiteren Toren bestraft. Da waren die Miners am Drücker, wir sind aber mit dem Shorthander wieder zurückgekommen und erzielen kurz vor der Pause erneut die Führung. Das hat uns dann für die letzten 20 Minuten wieder Kraft gegeben, wir haben das defensiv sehr gut gespielt. Es war der Schlüssel zum Erfolg, dass wir als Mannschaft gut verteidigt haben. Zudem hat Stefan im Tor wieder ein starkes Spiel gemacht. Wir haben uns mit dem Willen zum Erfolg durchgebissen, es war ein Charaktersieg, die Mannschaft hat sich die Punkte hart erkämpft.“

Tore: 1:0 Sternheimer (Bullnheimer, Brückner) (10.), 2:0 Stange (Trupp, Bullnheimer) (22.), 2:1 Parrish (23.), 2:2 Hörndl (Kriz) (30.), 2:3 Klein (Ondörtoglu) (31.), 3:3 Rodrigues (Farny) (33.), 4:3 Bullnheimer (Erdt, Kinzel) (40.), 5:3 Brückner (Bullnheimer, Sternheimer) (52.), 6:3 Sternheimer (Weißenhorn) (60.)

Strafminuten: EHC Königsbrunn 14 Peißenberg 39 Zuschauer: 802

Bildmaterial: Fotografie Klinger

Im letzten Spielabschnitt ließ der EHC kaum Chancen des Gegners zu (v.l.n.r Clay Ellerbrock, Stefan Rodrigues und Marc Streicher).