Wichtiger Auswärtssieg für den EHC Königsbrunn

Lange Zeit war die Partie zwischen dem EHC Königsbrunn und den „Mighty Dogs“ des ERV Schweinfurt ausgeglichen, am Ende gewinnen die effektiveren Brunnenstädter die Begegnung mit 4:3. Dabei sah es im letzten Abschnitt lange nicht gut aus für den EHC.

Königsbrunn reiste mit dem gleichen Kader an wie schon im ersten Spiel am Freitag. Dafür stellte Coach Bobby Linke seine Reihen um. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Routinier Stefan Vajs, als Backup saß Benni Beck auf der Bank.

Im Gegensatz zum ersten Spiel starteten beide Mannschaften mit viel Intensität in die Partie, Schweinfurt hatte sich viel vorgenommen und war deutlich offensiver eingestellt. Ein erstes Überzahlspiel ab der sechsten Spielminute konnten die Brunnenstädter nicht nutzen, die Hausherren verteidigten gut und störten erfolgreich den Spielaufbau. Kaum wieder in Gleichzahl, fiel das erste Tor für die Mighty Dogs. Ein Schlagschuss von der blauen Linie landete zum 1:0 im Königsbrunner Gehäuse. Der EHC ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und glich in der 13. Spielminute aus. Bei einem schnellen Gegenstoß legte Hugo Turcotte die Scheibe für Johan Lorraine ab, der mit Augenmaß den Puck ins Tor zimmerte, sein Schuss wurde zuvor noch von einem Schweinfurter Verteidiger abgefälscht. Beide Mannschaften hatten noch die ein oder andere gute Chance. In der 15. Minute hatte der EHC den nächsten Treffer auf der Kelle, in der 18. Minute brachte Tim Bullnheimer noch im Fallen die Hartgummiescheibe aufs Tor. Am Ende der sehenswerten 20 Spielminuten blieb es beim leistungsgerechten 1:1.

Das Mitteldrittel startete turbulent, in der 21. Spielminute traf der Schweinfurter Josef Dana nur den Pfosten, im Gegenzug machte es der EHC zunächst besser. Vor dem Schweinfurter Tor landete der Puck direkt bei Hugo Turcotte, der eiskalt zum 1:2 für Königsbrunn einschob. Richtig freuen konnte sich der EHC nicht, denn nur eine Minute spielten die Mighty Dogs einen Konter blitzsauber aus, der sträflich freistehende Kevin Heckenberger traf zum prompten 2:2 Ausgleich. Nur eine Minute später kassierte der EHC den nächsten Treffer zum 3:2 durch Tomas Cermak, der ebenfalls schön herausgespielt war. Danach hatten die Gastgeber noch Überzahl, doch statt dem vierten Treffer glich Königsbrunn per Shorthander zum 3:3 aus. Nach Scheibeneroberung im eigenen Drittel enteilte Johan Lorraine seinen Gegenspielern und schloss seinen Alleingang mit einem Schuss durch die Hosenträger ab. Das Spiel blieb ausgeglichen, in der 32. Spielminute hatte Königsbrunn in Überzahl eine Topchance, Schweinfurt dafür in der 36. Spielminute. Nach Drittelende ging es mit dem 3:3 ein letztes Mal in die Kabinen.

Im letzten Spielabschnitt erhöhten die Hausherren die Schlagzahl und drängten auf die Entscheidung. Schweinfurt vergab aber zunächst einen Penalty in der 42. Spielminute und hatte danach sogar doppelte Überzahl, verpasste es aber, sich aufs Scoreboard zu bringen. Der ERV dominierte die ersten Minuten, Königsbrunn hatte kaum Zugriff auf die Partie. Erst ab der 50. Spielminute fanden die Brunnenstädter zurück in die Begegnung und erarbeiteten sich wieder Chancen. Den entscheidenden Treffer setzte dann Marco Sternheimer in der 57. Minute, nach einem unglücklichen Scheibenverlust eines Schweinfurter Verteidigers schnappte er sich die Scheibe und vollstreckte alleinstehend vor dem Goalie zum 3:4 für die Brunnenstädter. Gleich nach diesem Wirkungstreffer gaben die Mighty Dogs nochmal alles und drängten auf den Ausgleich. Auch die Herausnahme des Goalies zugunsten eines weiteren Feldspielers blieb ohne Erfolg, so dass der EHC am Ende etwas glücklich, aber aufgrund der besseren Effizienz nicht unverdient als Gewinner vom Eis ging.

Damit geht Königsbrunn in der Serie Best-of-Seven mit 2:0 Siegen in Führung, doch Schweinfurt konnte die Gäste vor arge Probleme stellen. Am Dienstag findet ab 20 Uhr in der heimischen Pharmpur EISARENA Spiel drei statt, bei einem Sieg könnten sich die Brunnenstädter einen enorm wichtigen Vorteil herausarbeiten. EHC-Coach Bobby Linke hat viel Lob für beide Mannschaften: „Schweinfurt war wie erwartet sehr giftig, laufstark und körperlich präsent. Die haben uns das Leben heute sehr schwer gemacht. Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Stefan Vajs war heute mal wieder überragend und hat uns immer im Spiel gehalten, wenn es mal wieder brenzlig wurde. Im zweiten Abschnitt haben wir uns einige gefährliche Schnitzer geleistet, die Gefahr brachten. Wir machten dann aber auch immer unsere Tore, als Schweinfurt am Drücker war. Im letzten Abschnitt mussten wir hart verteidigen, Die Mighty Dogs hatten viel Spielkontrolle. Trotzdem blieben wir gefährlich, haben mit Mann und Maus verteidigt und auch in Unterzahl gut dagegengehalten. Am Schluss entscheidet ein kleiner Fehler, den wir dann ausnutzen. Wir haben vielleicht glücklich gewonnen, die Mannschaft hat aber viel investiert, harte Arbeit gezeigt und Schüsse geblockt. So haben wir uns immer wieder hochgepusht und müssen jetzt gut bis Dienstag regenerieren.“

Tore: 1:0 Alksnis (Donins, Cermak) (8.), 1:1 Lorraine (Turcotte, Rodrigues) (13.), 1:2 Turcotte (Lorraine) (21.), 2:2 Heckenberger (Melnikov, Asmus) (22.), 3:2 Cermak (Homjakovs, Dana) (23.), 3:3 Lorraine (28.), 3:4 Sternheimer (57.)

Strafminuten:  ERV Schweinfurt 6     EHC Königsbrunn 8     Zuschauer: 1602

Bildmaterial: https://diz-pix.de/

Goalie Stefan Vajs (Archivbild) hielt den EHC in kritischen Situationen im Spiel.