Königsbrunn kämpft sich ins Finale

Mit 4:3 gewinnt der EHC Königsbrunn am Dienstagabend das fünfte Halbfinalspiel gegen die „Isar Rats“ des EV Dingolfing und steht nach 4:1 Siegen in der Best-of-Seven Serie im Finale. Dabei taten sich die Brunnenstädter schwer gegen einen tapfer kämpfenden Gegner mindestens auf Augenhöhe.  Am Ende entschieden viele Strafzeiten die Partie zugunsten der Brunnenstädter.

Der EHC trat in der Partie mit dem gleichen Kader wie am Sonntag an, Coach Bobby Linke setzte auf bewährte Formationen. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Stefan Vajs, als Backup saß Benni Beck auf der Bank.

Der EHC startete gut in die Partie, die ersten Minuten gehörten den Königsbrunnern, die konzentriert agierten und Zugriff auf den Gegner hatten. Tim Bullnheimer hatte in der fünften Minute die erste gute Chance, nur eine Minute später traf Johan Lorraine nur den Pfosten. Auch Marco Riedl kam zu einer guten Gelegenheit, scheiterte jedoch an Christoph Schedlbauer, Dingolfings Nummer 1 im Tor. Nach einem ersten Überzahlspiel waren die Gäste aber in der Partie angekommen und hatten ihre ersten Chancen. Der EHC erarbeitete sich weitere gute Möglichkeiten, die jedoch alle ohne Zählbares blieben. In Überzahl strahlte Königsbrunn aber kaum Torgefahr aus und betrieben vor der Pause Chancenwucher. Kurz vor Drittelende scheiterte auch Clay Ellerbrock am gegnerischen Goalie, ehe es ein erstes Mal in die Kabinen ging,

Die Gäste starteten besser ins Mitteldrittel, in der 23. Spielminute nutzten die Isar Rats die Unordnung im Königsbrunner Drittel und gingen mit 0:1 in Führung. Königsbrunn tat sich schwer gegen die aggressiven Gäste, die an ihre Chance glaubten. Allerdings zog Dingolfing einige Strafzeiten, die der EHC auch nutzen konnte. In der 34. Spielminute bediente Hugo Turcotte in doppelter Überzahl den rechts lauernden Johan Lorraine, der per Direktabnahme die Scheibe aus spitzem Winkel zum 1:1 einnetzte. Danach zog der Dingolfinger Goalie eine Spieldauerstrafe und musste vom Eis, der EHC hatte weiter Überzahl. Doch Königsbrunn verpasste es, daraus Kapital zu schlagen und agierte unkonzentriert wie im Tiefschlaf. Die Isar Rats nutzten das aus und gingen in der 39. Spielminute per Shorthander mit 1:2 erneut in Führung. Doch Königsbrunn schlug zurück, zwei Sekunden vor der letzten Pause landete im gegnerischen Drittel die Scheibe bei Niklas Länger, der direkt abzog und zum 2:2 traf.

Die Entscheidung musste nun im letzten Drittel fallen, der nächste Treffer konnte spielentscheidend sein. Beide Mannschaften erarbeiteten sich Chancen, auffällig waren aber die vielen individuellen Fehler der Brunnenstädter, die müde wirkten. Den nächsten Treffer markierte aber trotzdem der EHC, in der 54. Spielminute fiel die erste Führung für Königsbrunn. Luca Szegedin zog einfach mal von der blauen Linie ab, die Scheibe wurde noch abgefälscht und landete zum 3:2 im Gehäuse der Gäste. Dingolfing musste nun mehr Risiko eingehen, zog aber noch eine Strafe. Bei angezeigter Strafzeit in der 59. Spielminute nahm der EHC den Goalie vom Eis und agierte dafür mit einem Mann mehr. Königsbrunn spielte es jetzt clever aus und drängte gleich mit drei Mann ins gegnerische Drittel. David Farny passte die Scheibe zu Stefan Rodrigues, der für seinen Nebenmann ablegte. Lion Stange ließ sich nicht zweimal bitten, netzte direkt ein und traf zum 4:2. Die Gäste nahmen daraufhin eine Auszeit und kamen in der 60. Spielminute noch zum 4:3 Anschlusstreffer. Die Partie drohte nochmal zu kippen, nachdem Königsbrunn zum unmöglichsten Zeitpunkt eine Strafe zog, doch bis Spielende fielen keine weiteren Treffer mehr. Am Ende gewann der EHC gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste mit 4:3 und beendete damit die Halbfinale-Serie.

Königsbrunn steht nun im Finale der Play-offs. Am nächsten Wochenende hat der EHC jetzt spielfrei und wird spätestens am Sonntag erfahren, ob der zweite Finalist aus Landsberg oder Schweinfurt kommt. Am übernächsten Wochenende startet dann das Finale am Freitag ab 20 Uhr in der heimischen Pharmpur EISARENA. EHC-Coach Bobby Linke freut sich über den Sieg, war aber mit einigen Dingen unzufrieden: „Wir wollten am Spiel vom Sonntag anknüpfen, taktisch diszipliniert spielen, die neutrale Zone gut verteidigen, auf Konter lauern und in der eigenen Zone präsent sein. Das haben wir in Gleichzahl ganz gut gespielt, das Problem heute waren aber die Überzahlsituationen. Da haben wir gefühlt 50% nachgelassen, waren schläfrig und schlecht. Wir haben da leider mehr zugelassen als bei Fünf gegen Fünf. Dabei haben wir das Spiel fast noch aus der Hand gegeben und den Gegner stark gemacht. Beim zweiten Tor hatten wir nochmal Glück gehabt und fast die Partie abgeschenkt. Im letzten Spielabschnitt konnten wir mit einem einfachen Treffer das 3:2 erzielen, davon machen wir einfach zu wenig. Mit dem vierten Tor haben wir uns noch einen kleinen Vorsprung erarbeitet, den wir am Ende auch gebraucht haben. Dingolfing war in der gesamten Serie am Ende nochmal brandgefährlich, es war vor Abpfiff nochmal richtig brenzlig.“

Tore: 0:1 Oberrauch N. (Maus, Zeilbeck) (23.), 1:1 Lorraine (Turcotte, Länger) (34.), 1:2 Maul (Franz, Oberrauch J.) (39.), 2:2 Länger (Turcotte, Bullnheimer) (40.), 3:2 Szegedin (Riedl, Stange) (54.), 4:2 Stange (Rodrigues, Farny) (59.), 4:3 Zeilbeck (Walinski, Franz) (60.)

Strafminuten:  EHC Königsbrunn 6     EV Dingolfing 39     Zuschauer: 752

Bildmaterial: https://diz-pix.de/

Nach dem knappen Ausgang der Partie war die Freude riesengroß.